Warum benutzen Sie Hochdeutsch und nicht Platt/Ditsch in ihrer schriftlichen Kommunikation?
Sowohl linguistisch als auch sprachgeschichtlich betrachtet ist es falsch zu behaupten, Deutsch bzw. Hochdeutsch sei die Sprache des Nachbarn. Unsere Vorfahren haben ihre Mundarten als Deutsch bezeichnet, bevor eine hochdeutsche Sprache überhaupt entstand. Heutzutage bezeichnen noch viele Lothringer Mundartsprecher ihre Mundart lediglich als „Ditsch“ oder „Dèitsch“ und nicht als „Platt“. „Deutsch“ ist ein weiterer Begriff als „Hoch- bzw. Standartdeutsch“. Die deutsche Sprache besteht aus der Gesamtheit der deutschen Hochsprache und den deutschen Mundarten. Ursprünglich war das Hochdeutsche (oder genau bezeichnet: das Standarddeutsch) lediglich eine Schriftsprache, die als Dachsprache aller Mundarten im deutschsprachigen Raum Europas diente. Diese Schriftsprache hat sich schon im 16. Jahrhundert im deutschsprachigen Lothringen durchgesetzt. Bis 1748 war Deutsch die Amtssprache des deutschen Bellistums, d.h. des deutschsprachigen Bezirks des Herzogtums Lothringen. Die deutsche Sprache wurde also nicht von der preußischen Verwaltung im Jahre 1872 eingeführt. Die Besatzungsmacht hat zwar Deutsch zur Amtssprache erklärt, aber deutsche Mundarten wurden schon damals seit etwa 1500 Jahren in unserer Region gesprochen, und die Standardsprache wurde als Schriftsprache, Schulsprache und Kirchensprache seit etwa 400 Jahren gepflegt. Die Regionalsprache Deutschlothringens besteht aus der Gesamtheit der im frz. Département Moselle gesprochenen fränkischen und alemannischen Dialekte und dem Standarddeutschen, welches die traditionelle Schriftform der Regionalsprache ist.
Einzige Ausnahme stellt das luxemburgische Fränkische dar, dessen Schriftform das Standardluxemburgisch ist, die Nationalsprache des Großherzogtums. Mundarten können zwar geschrieben werden, aber der Gebrauch der Mundart in unserer schriftlichen Kommunikation würde zahlreiche Mundartfassungen benötigen. Um die schriftliche Kommunikation regionsweit zu ermöglichen, benutzen wir also die traditionelle Schriftform der Regionalsprache, nämlich das Hochdeutsche.
Setzen Sie sich ausschließlich für das deutschsprachige Lothringen ein?
Wollen Sie, dass alle zweisprachig werden?
Wir wollen niemanden zwingen, zweisprachig zu werden, aber wir wollen allen Einwohnern Mosellothringens die Möglichkeit bieten, zweisprachig zu werden, wenn sie es wünschen. In einer Grenzregion zu Deutschland und Luxemburg ist die Zweisprachigkeit ein unschätzbarer Vorteil auf dem Arbeitsmarkt. 6000 Stellen im Saarland und 1250 in Rheinland-Pfalz sind derzeit unbesetzt und könnten meistens von Lothringer Grenzarbeitern besetzt werden, wenn sie über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen würden. Für die Einwohner des traditionell deutschsprachigen Teils unserer Region bedeutet die offizielle Zweisprachigkeit auch eine Förderung ihrer eigenen Regionalsprache. Wir wollen das Recht deutschsprachiger Lothringer durchsetzen, in Beziehungen zur öffentlichen Verwaltung und den Justizbehörden die deutsche Sprache sowohl mündlich wie schriftlich benützen zu dürfen.
Befürworten Sie die Rückkehr Elsass-Lothringens zu Deutschland ?
Ist 57 – Die Partei der Mosellothringer nationalistisch?
Was sind die Vorteile des Föderalismus?
Die Aufgabenverteilung zwischen dem Bundesstaat und den föderierten Regionen ist ein wesentliches Element der von der Verfassung vorgesehenen Gewaltenteilung. Sie setzt voraus, dass sich die föderierten Regionen an der Entstehung des politischen Willens auf Bundesebene beteiligen, wo sie im Rahmen einer besonderen Kammer des Parlaments mitwirken (in einer frz. Bundesrepublik könnte ein völlig umstrukturierter Sénat diese Rolle übernehmen).
Der Bundestaat verstärkt auch den Grundsatz der Demokratie. Er bietet den Bürgern die Möglichkeit, in ihrem unmittelbaren regionalen Umfeld politisch aktiv zu werden, indem sie sich am politischen Prozess durch Wahlen und regionale Volksabstimmungen beteiligen können.
Das föderale System bietet auch den Vorteil, Experimente im kleineren Maßstab umsetzen zu können und einen gesunden Wettbewerb zwischen den Regionen einzuführen. So kann eine bestimmte föderierte Region – zum Beispiel im Unterricht – Innovationen ausprobieren, und als Vorbild für Reformen im ganzen Land dienen.
In einem föderativen System werden auch die – regional möglicherweise unterschiedlichen – Mehrheitsverhältnisse besser berücksichtigt. Die Oppositionsparteien auf Bundesebene können in den Regionen zur Mehrheit gehören und sich an der Landeregierung beteiligen.
Was ist der Unterschied zwischen Autonomie und Unabhängigkeit?
Befürworten Sie die Unabhängigkeit?
Ihre Frage war nicht dabei?
Dann schreiben Sie uns doch per E-Mail!
Senden Sie eine E – mailadresse contact@pdm.org